Rede zum Neujahrsempfang 2026

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Das Jahr 2026 hat uns, wie allen bekannt, bereits voll im Griff.

Bevor wir in den eigentlichen Ablauf des NJE einsteigen, möchte ich mich bei
- den 214 Einsatzkräften unserer freiwilligen Feuerwehr, zzgl. der Wachbereitschaft von Meßdorf mit weiteren 6 ESK im Gerätehaus Bismark,
- 24 Kräften des THW Stendal, Staßfurt und Dessau,
- Bereitschaftsdienst OA Stadt Bismark,
- Gemeindearbeiter,
- Polizei
- Förderverein der Feuerwehr Bismark
- A. Duhm aus Döllnitz
- Firma Reister
- Firma Muhl
- Bereitschaftsdienst FTZ LK Stendal
herzlich für den unermüdlichen Einsatz im Rahmen der Brandbekämpfung in Poritz vom 31.12.2025 – 03.01.2026 bedanken.
Die erste Alarmierung war am 31.12.2025 um 22.27 Uhr. Jede Alarmierung unserer FFW geht auf mein Handy.
Da denkst Du – Sch… – braucht kein Mensch.
Am 01.01.2026 um 1.14 Uhr rief ich, auf Grund der fortlaufenden Anforderungen bei der Einsatzleitung an, um zu wissen, was ist bei uns los. Ohne im geringsten ahnen zu können, was in den nächsten Tagen von den ehrenamtlichen Einsatzkräften abverlangt wird und, dass ich erst am 03.01.2026 – 4.14 Uhr die Nachricht erhalten werde – Feuer aus! –

Wir alle danken euch für den ausdauernden Einsatz von ca. 60h, unter schwierigen Verhältnissen, zu einer denkbar ungünstigen Zeit.
Es hat uns abermals gezeigt, wir können uns auf euch verlassen.
DANKE!

„Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern.
Aber du kannst starten, wo du bist, und das Ende ändern.“

Dieser Spruch von C.S. Lewis (Luis) – ein irischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler – ist der Leitsatz unseres NJE 2026.

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

dieser Satz begleitet mich, wenn ich auf unsere Einheitsgemeinde blicke,
auf das vergangene Jahr und auf das, was vor uns liegt.

In Vorbereitung des NJE und meiner Rede möchte ich mir erlauben den Satz zu erweitern:
Aber du kannst starten und weitermachen, wenn es gut ist, wo du bist.“

In einer kleinen Kommune wie der unseren kennt man sich. Man begegnet sich auf der Straße, im Laden, beim Sport oder auf dem Festplatz. Hier bleiben Sorgen nicht anonym, und Erfolge werden gemeinsam gefeiert.

Wir können nicht zurückgehen und ändern, was hinter uns liegt.
Manche Entscheidungen haben Zeit gebraucht, manches ging langsamer, als wir es uns gewünscht hätten.
Vielleicht hätten wir zurückliegende Entscheidungen aus heutiger Sicht anders getroffen.

„Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern.“

Aber mit Blick auf das zurückliegende Jahr können wir stolz sagen:
Gemeinsam haben wir viel erreicht. Und mit Blick auf die Zukunft, sollten wir eben stolz und ja auch dankbar, auf das Erreichte sein. Und uns dies vor Augen halten.

Wer hätte gedacht, dass wir tatsächlich einen Radweg zwischen Bismark und Kalbe bauen, dass Schinne ein neues Feuerwehrgerätehaus bekommt, dass wir weiter ländliche Wege ausbauen und somit die Ortschaften verbinden, dass wir 100 Jahre „Kolk“ feiern, unsere DGH und Sportstätten erhalten.
Und so weiter.

Dort wo Anfänge gesetzt sind, sollten und müssen wir, im Interesse unser Bürger, weiter machen.

Wir können heute sagen: Wir packen es an. Genau hier. Gemeinsam.
Gemeinsam – bedeutet Zusammen, Kooperativ und Miteinander.
Stadtrat/ Ortschaftsrat – Verwaltung –Unternehmen – Ehrenamt – Bürger.
Dabei müssen wir nicht immer einer Meinung sein, aber wir dürfen die Achtung vor dem Anderen nicht verlieren.
Weder im geschrieben noch gesprochenem Wort.

Wir starten und machen weiter, dort, wo wir stehen – beim Bauen und Wohnen.
Viele Familien wünschen sich ein eigenes Zuhause hier bei uns. Gleichzeitig wollen ältere Menschen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld bleiben. Beides gehört zusammen.
Und so ist es gut, wenn die Diakonie e.V. das Haus der Sinne neu baut.
Ein junger Unternehmer ein Gebäude aus der Straße der Soli gekauft hat und dieses aus- und umbaut für Wohnraum.
Wir Baugrundstücke in den Ortschaften verkauft haben.
Unser Ziel ist es, behutsam zu wachsen, ohne unseren dörflichen Charakter zu verlieren. Nicht höher, schneller, weiter – sondern passend, nachhaltig und mit Blick auf die Menschen, die hier leben.

Aus diesem Grund planen wir den weiteren Ausbau der ländlichen Wege, um die Ortschaften miteinander zu verbinden und gleichzeitig weitere Radwege zu erschließen, damit unsere Bürger und Gäste unseren ländlichen Raum genießen können.

Wir starten und machen weiter, dort, wo wir stehen – beim Miteinander der Generationen.
Unsere Seniorinnen und Senioren haben diese Einheitsgemeinde geprägt. Ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Geschichten sind ein Schatz. Wir wollen, dass sie sich hier sicher, gesehen und gut versorgt fühlen – aus diesem Grund freue ich mich, dass in den Ortschaften die Seniorenarbeit einen großen Anteil hat. Ein gutes Beispiel ist die DRK-Begegnungsstätte in Bismark sowie zahlreiche Angebote von selbstständigen Dienstleistern, welche die ältere Generation im Alltag unterstützt.
Eine Gemeinde zeigt ihr Herz darin, wie sie mit den Älteren umgeht.

Gleichzeitig richte ich mich an die Familien und jungen Menschen:
Unsere Kinder sollen hier unbeschwert aufwachsen können. Mit guten Betreuungsangeboten, Spiel- und Treffpunkten.
Wir halten in unserer EHG flächendeckend Kindertagesstätten vor.
An dieser Stelle möchte ich mich bei unseren Erzieherinnen und Erziehern für ihre professionelle Arbeit mit Herz und Verstand bedanken.
Zurück zu unseren Einrichtungen – ja, zur Wahrheit gehört auch, dass es nicht einfach wird, diese zu erhalten.
Sinkende Geburtenzahlen (leider haben wir die Zahl von 2024 (57) im Jahr 2025 (38) nicht erreicht) und andere Faktoren spielen hier eine große Rolle.
Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam, im Interesse der Kinder und Eltern in unserer Einheitsgemeinde, die richtigen Entscheidungen treffen werden.

Hier passt der Satz: „Aber du kannst starten, wo du bist,“

Und unsere Jugendlichen brauchen Räume, in denen sie ernst genommen werden, ihre Meinung sagen und Verantwortung übernehmen dürfen.
Und es ist gut, dass sich der Stadtrat für den Erhalt des Jugendfreizeitzentrums in Bismark und die mobile Jugendarbeit in zahlreichen Ortschaften ausgesprochen hat und die finanziellen Mittel frei gegeben hat.

Auch Begegnungsstätten wie der Mediakulturkreis zeigen, wie wichtig Generationsübergreifende Veranstaltungen sind.

Wir halten Spielplätze in den Ortschaften vor. Ein Treffpunkt für Jung und Alt.
Mit dem LEADER-Förderprogramm werden wir in 2026 drei neue „Spielplätze“ –mit dem Thema „Fit durch die EHG“ bauen, welche sich an alle Generationen zur Nutzung orientieren werden.

Unsere Einwohnerzahlen und die Altersstruktur zeigen, dass wir generationsübergreifende Angebote vorhalten müssen.
Leider liegt den Saldo zwischen Sterbefällen und Geburten im Jahr 2025 bei Minus 83.
Positiv ist, dass wir in 2025 mehr Zuzüge wie Wegzüge zu verzeichnen haben.
Das zeigt, wir sind auf dem richtigen Weg. Unsere EHG ist lebens- und liebenswert.

Ein ganz besonderes Wort des Dankes gilt dem Ehrenamt.
In einer kleinen Kommune ist Ehrenamt kein Zusatz – es ist das Rückgrat.
Ob Feuerwehr, Sportverein, Kultur, Fördervereine für Einrichtungen, Nachbarschaftshilfe oder Kirche: Sie alle halten unsere Gemeinschaft zusammen. Sie tun das oft leise, aber mit großer Wirkung.
Dort wo sie tätig werden, findet das Leben in unserer EHG statt. Werden Generationen / Menschen zusammengebracht.
Ich verspreche Ihnen: Wir sehen das. Und wir werden auch weiterhin alles, in unserer Macht stehende, daransetzen, gute Bedingungen für dieses Engagement zu schaffen.
Mir hat mal einer gesagt: „Hier ist doch nichts los!“
Meine Antwort: „Bei einem Blick in meinen Terminkalender für ein ganz normales Wochenende in unserer EHG kann ich dies nicht bestätigen.
Ich gebe Ihnen gerne eine Liste der über 120 Vereine und Gruppen in unserer EHG – bringen Sie sich ein – machen Sie was los.“

Ich möchte auch unsere Gewerbetreibenden, Landwirtschaft, Selbstständigen in den vielen Sparten der Dienstleistung, Ärzte ansprechen.
Sie sorgen für Arbeitsplätze, für Ausbildung und für Leben im Ort.
Der Bäcker, der Handwerksbetrieb, der Hofladen – sie alle sind Teil unserer Identität.
Eine lebendige Gemeinde braucht eine starke lokale Wirtschaft; einschließlich Landwirtschaft.
Wir leben von und mit unseren Unternehmen. Glauben Sie mir, dessen sind wir uns bewusst.
Und weil in einer kleinen Gemeinde jeder jeden kennt oder zumindest einer einen kennt, der helfen kann, ist es möglich schnell auf Dinge zu reagieren.
Da fällt mir die Unterstützung ein beim Wohnhausbrand in Bismark, eine schnelle Stromleitung zum Kartoffelautomat, das Schließen von Straßenlöchern, und viele andere Dinge mehr.

Deshalb setzen wir auf Dialog, kurze Wege und verlässliche Entscheidungen.

Und ja, ich sehe es vor meinem geistigen Auge, wie gerade einige Ortsbürgermeister, Stadträte und Bürger innerlich mit den Augen rollen, weil vieles nicht so schnell geht bzw. umgesetzt wird, wie von ihnen erwartet.
Das nennt man Leben – und auch wir wären glücklich, wenn wir an Listen „Haken“ setzen könnten.

Und ja, auch das Thema Klima und Umwelt betrifft uns ganz konkret.
Es geht um unsere Felder, unsere Wälder, unsere Wege. Um die Frage, wie wir verantwortungsvoll mit dem umgehen, was uns anvertraut ist. Klimaschutz in einer kleinen Kommune heißt: pragmatische Lösungen, Augenmaß und gemeinsames Handeln – Schritt für Schritt.
Ja und ich weiß, pragmatische Lösungen, Augenmaß, daran lässt sich so manches Mal zweifeln, wenn ich z.Bsp. an Auflagen im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen denke.
Nicht nur weil für einen gefällten Baum drei neue gepflanzt werden sollen – nein – sondern was für Bäume gepflanzt werden sollen und mit welcher Herkunft.
Weil wir nicht einfach Löcher schließen dürfen ohne nachzuweisen, dass der Füllstoff mindestens dreimal durch den TÜV geprüft wurde.

Nicht immer ist zu verstehen, was wir tun sollen und/oder müssen.

Ungeachtet dessen muss auch gesagt werden, dass wir ohne Fördermittel – ohne die finanzielle Unterstützung des Landes, des Bundes und der EU, wir nicht da wären, wo wir heute in der Entwicklung sind.
Fast jede Investition, ob beim Straßenbau, Radwegebau, im Brandschutz, in den Schulen und Kindergärten, in Dorfgemeinschaftshäusern oder Sportstätten erfolgt bei uns unter Einsatz von Fördermitteln.

Hier holen wir uns auf clevere Art und Weise unsere Steuergelder zurück.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der bürokratische Aufwand fast nicht mehr zu bewältigen ist. Und es für die Antragsstellung kaum noch eine Logik zu erkennen ist.
Der Fördermitteldschungel wird immer undurchsichtiger. Von der Sinnhaftigkeit mancher Programme ganz zu schweigen. Und über die Abrechnung rede ich erst gar nicht.
Es ist demnach kein Wunder, dass viele Fördermittel nicht abgerufen werden.

An dieser Stelle danke ich meinem Team im Amt, dass sie sich mit mir diesem Dschungel stellen und dem Stadtrat, dass dieser uns „Grünes“ Licht gibt.

Ich wurde mal im Stadtrat gefragt: „Und was tun Sie als Bürgermeisterin?“

Ich kann es Ihnen sagen – ich werde nicht müde, jede Möglichkeit für unsere EHG auszuschöpfen, damit Investitionen möglich sind.
Ich werde weiterhin auf allen Ebenen um Bürokratieabbau kämpfen.
Und ich werde weiterhin offen auf allen Ebenen ansprechen - stellt uns die finanziellen Mittel pauschal zur Verfügung.
Wir wissen was wir tun. In Verantwortung unserer / ihrer Bürger. Das Leben findet hier bei uns vor Ort statt.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
sehr geehrte Gäste,

2026 liegt nun vor uns.

Ein Jahr mit zahlreichen Entscheidungen, welche zu treffen sind.

Und – so ehrlich müssen wir sein, es wird nicht einfach werden.
Die finanziellen Rahmenbedingungen werden nicht besser, doch wir haben finanzielle Mittel für deren Einsatz wir eine hohe Verantwortung tragen. 

Da ist z.Bsp. das Sondervermögen – gemeinsam – der Stadtrat, die Ortsbürgermeister und die Verwaltung, müssen wir dieses Geld zukunftssicher für unsere EHG einsetzen. Das werden keine einfachen Entscheidungen, aber hier können wir einen Anfang setzen.

Es wird nicht alles auf einmal gelingen. Aber wir haben etwas, das man nicht planen oder kaufen kann: eine starke Gemeinschaft.

Menschen, die füreinander da sind. Die ansprechen, statt wegzuschauen. Die mithelfen, statt nur zu fordern.

Und die, die nur fordern, die fordere ich ganz offen auf – macht einfach mit.
Nicht meckern – sondern machen.

Lassen Sie uns dort beginnen und weiter machen, wo wir stehen.
Mit offenem Herzen, mit Respekt füreinander und mit dem Mut, Verantwortung zu übernehmen.

Wir können den Anfang nicht ändern – aber wir können gemeinsam dafür sorgen, dass das, was vor uns liegt, gut wird. Für unsere Gemeinde. Für uns alle.

Als Ihre Bürgermeisterin freue ich mich auf das Jahr 2026 mit all seinen Herausforderungen.

Ich wünsche Ihnen Gesundheit, Erfolg und Zuversicht in die Zukunft.

Uns allen wünsche ich Frieden – denn ohne Frieden ist das zuvor gesagte hinfällig.

Auf 2026!

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