Schinne

Schinne

 

Geografie

 

Schinne liegt etwa zwölf Kilometer nordwestlich von Stendal in der Altmark. Das flachwellige Gebiet um Schinne wird vom Speckgraben, der die nördliche und östliche Gemarkungsgrenze bildet, zur Uchte entwässert. Angrenzende Orte sind Rochau im Norden, Neuendorf am Speck und Belkau im Osten, Schernikau im Südwesten sowie Grassau, Grünenwulsch und Darnewitz im Westen. Der Ort ist Kita- und Grundschulstandort auch für die umliegenden Ortschaften. Seit 2011 gibt es wieder einen Dorfladen.

 

 

Ortsbürgermeister und Ortschafträte 

 

Herr Berlin 

 

Für weitere Informationen klicken Sie hier


Sehenswertes
Feldsteinkirche mit vierteiligem Grundriss, bestehend aus Westquerturm, Schiff, eingezogenem Chor und halbrunder Apsis.

 

 

Informationen
Gemarkungsgröße: 1511 ha
Bevölkerung: Schinne 442 Einwohner
(Stand: 30.06.2010)

 

 

Verkehrsanbindung 

 

Schinne liegt 4km nördlich der L 15, der Verbindungsstraße von Bismark nach Stendal. Es verkehren Schulbusse und Rufbusse der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus. Der nächste Bahnhof befindet sich im fünf Kilometer entfernten Steinfeld, OT Schönfeld an der Bahnlinie StendalSalzwedel.

 

 

Infrastruktur

 

  • Kindertagesstätte 
  • Grundschule mit Hort,
  • Handwerks-, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe,
  • Sportplatz,
  • Sporthalle,
  • Reitplatz,
  • Freiwillige Feuerwehr Schinne
  • Verkaufsstelle für Lebensmittel

 

 

Kultur

 

Das kulturelle Leben im Ort wird durch zahlreiche Vereine und Interessengruppen gestaltet.

Der Schinner Carneval Club e.V. wurde 1971 gegründet und ist seit dieser Zeit im närrischen Geschehen der Altmark und darüber hinaus aktiv. Im Jahr 2011 beging der SCC sein 40. Jubiläum. Neben 5 Abendveranstaltungen, werden jährlich auch eine Nachmittagsveranstaltung sowie ein Kinderkarneval durchgeführt.

Neben dem SCC gibt es den Schinner Sportverein Eintracht e.V. (gegr. 1910), mit dem Schinner Spielmannszug, den Reit- und Fahrverein Schinne e.V. (gegr. 1991), die Schinnscher Frauen e.V.  (gegr. 2005) mit ihrer Line Dance Formation, die Ortsgruppe der Volkssolidarität, die Freiwillige Feuerwehr (gegr. 1880) und die Jagdhornbläsergruppe des Hegeringes Schinne (gegr. 2002), die neben ihren eigenen kulturellen Veranstaltungen auch gemeinsam das jährliche Erntefest in Schinne ausrichten.

 

 

Angebote

 

  • großes Dorfgemeinschaftshaus mit kleinem und großem Saal
  • Jugendklub
  • Pferde- und Reitsport

 

 

 

Geschichte

 

Schinne ist ein von Norden nach Süden hin ca. 1 km langes Straßendorf und gehört zu den ältesten und größten germanischen Siedlungen in der Altmark. Die erste nachweisliche urkundliche Erwähnung datiert vom 29.Mai 1188, als Papst Clemens III. das Domstift in Stendal und damit auch die zum Stift gehörige Kirche von scinne in den unmittelbaren apostolischen Schutz aufnahm. Die jetzige, Anfang des 13. Jahrhunderts erbaute, typisch altmärkische, vierteilige Feldsteinkirche ist das älteste baulich erhaltene Zeugnis der Besiedelung des Ortes.

Archäologische Funde beweisen, dass hier bereits seit der Bronzezeit Menschen lebten.

Das Rittergut Schinne wird erstmals in einer Urkunde des Markgrafen Otto vom 8.September 1368 in Verbindung mit der Adelsfamilie von Borstell genannt. Die Familie von Borstell war ab der Zeit bis 1827 ununterbrochen im Besitz des Rittergutes. Das neue Herrenhaus wurde Ende des 18.Jhd. vom damaligen Chef des Altmärkischen Kürassierregiments Nr.7, dem Besitzer des Rittergutes und Patron der Kirche, Generalleutnant Hans Friedrich Heinrich von Borstell errichtet. Bis 1945 war das Rittergut dann im Besitz von 6 unterschiedlichen bürgerlichen Familien, ehe es im Rahmen der Bodenreform enteignet und aufgesiedelt wurde. Zahlreiche Wirtschaftsgebäude, wie auch das alte und neue Herrenhaus wurden abgerissen.

Der Ortsname stammt vermutlich vom althochdeutschen scin = mittelhochdeutsch schin = Schein, von dem Eigennamen scinus. Dies könnte “Siedlung eines Glanzvollen” bedeuten.

Das Adelsgeschlecht derer von Borstell, Borstel, Borstal, Borchstal, Borgstal, ursprünglich auch Borgstallen, daher wahrscheinlich das doppelte l, gehört zu den ältesten adligen, nicht schlossgesessenen Familien in der Altmark. Es wird nach derzeitigen Erkenntnissen erstmals in einer lateinischen Urkunde 1209 erwähnt,  als sich am 21. und 22. Oktober Otto und Berward von Borstell mit dem Markgrafen Albrecht II. und dem Havelberger Bischof Sigebod in Biscopesmarck (Bismark ?, Bischofsmark ?) befanden. Die ersten Borstells mögen um 1160 als Ministerialen (Bedienstete) im Zuge der Christianisierung der Altmark durch Graf Adalbert von Ballenstedt („Albrecht der Bär“) in die Altmark gekommen sein.

Die Gemeinde gründete 1991 mit weiteren 12 Gemeinden die Verwaltungsgemeinschaft Kläden. Diese wurde zum 1. Januar 2005 aufgelöst und die Gemeinden wurden in die neu gegründete Verwaltungsgemeinschaft Bismark/Kläden eingegliedert.

Nach Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Bismark/Kläden am 1. Januar 2010 und bis zur Zwangseingemeindung in die Stadt Bismark (Altmark) am 1. September 2010 wurde Schinne von der Stadt Bismark (Altmark) mitverwaltet.

 

 

Wappen

 

Das Wappen wurde am 19. Oktober 2009 durch den Landkreis genehmigt.

 

Blasonierung: „Gespalten von Gold und Rot; vorn am Spalt ein halbes grünes Kleeblatt bewinkelt von schwarzen Flügen, hinten drei goldene Ähren mit je zwei Halmblättern, die links außen stehende mit geknicktem Halm und gesenkter Ähre.“

 

Schinne beschloss, sich in der Wappensymbolik auf die zwei vorhandenen Ortsteile Schinne und Pödderitz - sowie auf einen dritten, mündlich überlieferten Ortsteil mit Namen Gladigau – und auf die seit dem 13. Jhd. ansässige Adelsfamilie von Borstell zu beziehen. Während das Kerndorf Schinne bereits 1188 erstmals urkundlich erwähnt wurde, entstand der neue Ortsteil Pödderitz erst um 1895 mit der Errichtung des Wohnhauses auf dem Hof Nr. 75 (Hauptstr. 8). Ausgedrückt werden die Ortsteile durch drei Ähren, von denen der lediglich mündlich überlieferte Ortsteil Gladigau durch die abgeknickte Ähre symbolisiert wird. Der linke Teil des Wappens mit dem halben grünen Kleeblatt und den schwarzen Flügen sind Teil des Familienwappens derer von Borstell. Aus mehreren zur Vorlage gebrachten Wappenmotiven beschloss der Gemeinderat am 25. August 2009 das jetzige Wappen, das vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet wurde.

 

 

 

Persönlichkeiten

 

- Hans Friedrich Heinrich von Borstell (1730 – 1804 ), Generalleutnant und von 1792 – 1804 Chef des Altmärkischen Kürassierregiments Nr. 7 in Salzwedel; Träger des Roten Adlerordens

- Carl Leopold Ludwig von Borstell (1774 – 1844), Generalleutnant und Träger des Roten und Schwarzen Adlerordens; nach dem Tod Bülows dessen Nachfolger als Kommandierender General in Preußen; Verdienste in den Befreiungskriegen (1813 – 1815) gegen Napoleon

- Carl Wilhelm Baeker (1819 – 1882), Uhrmacher und Astronom; Mitglied der Astronomischen Gesellschaft; entdeckte zwischen 1861 und 1867  6 Kometen

- Dr. phil. Friedrich Christian Franz Wilke (1865 – 1931), Rittergutsbesitzer in Schinne seit 1904; Amtsvorsteher des Amtsbezirkes XV; Vorsitzender des Ausschusses der Hauptsparkasse in Stendal; Vorsitzender des Vorstandes der Zuckerfabrik in Stendal; Mitglied in der Wassergenossenschaft für die Speckgrabenniederung; Kreistagsmitglied; Mitglied im Aufsichtsrat der Kleinbahn-AG Stendal-Arendsee

 

 

Zurück

Donnerstag, 25.05.2017, 03:08