Die Goldene Laus - Wahrzeichen Bismarks
Die Goldene Laus ist der Rest einer im 12. Jahrhundert weithin berühmten Wallfahrtskirche, die den Namen zum "Heiligen Kreuz" führte.
Wann die Kirche einst wüst geworden ist, ist nicht mehr zu ermitteln.
Der im romanischen Stil erbaute Turm besteht durchgängig aus Feldsteinen, er ist 12,15 m lang und 6,75 m breit. Bis zum Beginn des Daches ist er 20 m hoch, bis zur Firsthöhe 27 m. Das Mauerwerk ist im Erdgeschoss 2,40 m stark, oberhalb des Tonnengewölbes 2 m und in der Glockenstube noch 1 m.
Die dicken Mauern am Findling lassen darauf schließen, dass sie auch als Wehrkirche von Bedeutung war.
Der Grundriss des Kirchenschiffes lässt sich nicht mehr feststellen, nur soviel ist noch erkennbar, dass auf der Westseite des Langhauses der Turm in gleiche Breite vorgelagert war. An der Ostseite der Turmruine ist noch deutlich erkennbar, wo sich einst das Kirchendach befand.
Die Kirche besaß von Alters her ein wundertätiges Kreuz, dass vom Himmel gefallen sein soll, an dieser Stelle ist dann auch die Kirche erbaut worden.
Weit über die altfränkischen Lande hinaus drang die Kunde vom wundertätigen Kreuz. Von weither zogen Kranke und Elende den "heiligen Weg" zur Kirche hinauf und erhofften sich Hilfe. Es gab inbrünstige Gebete, dann opferte man Dank und die Reichtümer der Kirche mehrten sich zusehends.
Nach der Wallfahrtszeit zerfiel die Kirche. Deshalb wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Genehmigung zum Abtragen des Langhauses erteilt – die Findlinge fanden für den Straßenbau Verwendung. In den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Fundamentreste entfernt. Das hatte zur Folge, dass nur wenige Jahre später starke Verfallserscheinungen am Turm auftraten.
Um dieses altehrwürdige Denkmal vergangener Zeiten vor dem gänzlichen Verfall zu retten, waren bereits im Sommer 1899 die ersten 9Erneuerungen am Mauerwerk erforderlich. 1912 und 1916 wurden durchgreifende Reparaturen vorgenommen.
Es bildeten sich die ersten Risse, die 1919 oben an den Giebelwänden bereits eine Breite von 35 cm erreichten, sodass die Umgebung des Turmes wegen Einsturzgefahr abgesperrt werden musste.
Da die Ruine kein Dach mehr hatte, wurde die Zerstörung des Mauerwerkes durch Regen- und Frosteinwirkung stark beschleunigt.
1934 wurde die Ruine einer vollständigen Renovierung unterzogen, nachdem die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt wurden.
Die breiten, ganz durch das Mauerwerk hindurch gehenden Risse erhielten eine Verblendschicht aus Findlingen, die mit Kalkmörtel vermauert wurden. Zwischenräume wurden mit Beton ausgefüllt und mit Hilfe des Betonpressverfahrens eine feste Verbindung der auseinandergerissenen Mauerteile hergestellt.
Das Dach der Kirchenruine ist eine Mönch-Nonnendeckung. Sie ist sehr selten und nur einige altmärkische Findlinkskirchen tragen solche Dächer. Die Dachziegel mussten von einer Ziegelei in Schlesien bezogen werden. Die umfangreichen Renovierungsarbeiten verursachten Kosten in Höhe von 13.938 R.M.
1935 wurde durch den Bismarker Schlossermeister Kempe ein Tor für die Goldene Laus gefertigt, das in seiner gefälligen Konstruktion ein wirklich bewundernswertes Bild darstellt. Es trägt in schön geschwungenen Buchstaben- und Ziffernformen die Inschrift: "Goldene Laus 1934".
Der merkwürdige Name "Goldene Laus" ist von allerlei Sagen umwoben.
Wahrscheinlich ist, dass am Portal der Kirche in Großbuchstaben die lateinischen Worte standen:
Laus Deo (Lob dem Gott)
Bei dem Verfall des Bauwerkes sind zuerst die Buchstaben Deo verschwunden, nur das Wort Laus erglänzte noch.
Daraus machte der Volksmund die "Goldene Laus".